Kleine Geschichte Hohenzollerns

Das bis in die Gegenwart noch bestehende Haus Hohenzollern gehört zu den ältesten und bedeutendsten schwäbischen Hochadelsgeschlechtern. Erstmals erwähnt wird der Name Zollern (seit Mitte des 14. Jahrhunderts Hohenzollern) in der Chronik des Berthold von Reichenau aus dem Jahre 1061.

Schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts beherrschten sie ein Gebiet, das vom Neckartal über die Schwäbische Alb bis an die Donau reichte. Um 1170 spaltete sich die hohenbergische Linie von den Zollern ab, die sich nach ihrer Stammburg Hohenberg (bei Schömberg) benannte und 1381 ihren Besitz an Habsburg verkaufte.
Graf Friedrich III. kam 1192 durch Heirat an das Lehen der Burggrafschaft Nürnberg; seine Söhne teilten sich 1214 das zollerische Territorium auf: Konrad erhielt die Burggrafschaft Nürnberg, aus der später die brandenburgisch-preußische Linie erwuchs, Friedrich erhielt die schwäbischen Stammgüter und begründete die schwäbische (katholische) Linie.
Nach weitgehender Zersplitterung des Territoriums setzte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein langsamer Wiederaufstieg ein. So konnte im Tausch gegen die Herrschaft Rhäzüns in Graubünden im Jahre 1497 die österreichische Herrschaft Haigerloch erworben werden. 1535 erhielt der in kaiserlichem Dienst bewährte Graf Karl vom Kaiser nach dem Aussterben der Werdenberger die heimgefallenen Grafschaften Sigmaringen und Veringen als österreichische Lehen übertragen. Damit wurde Sigmaringen zum Sitz einer Linie der Hohenzollern.
Die auch durch konsequenten Ausbau der Landesherrschaft günstige Gesamtentwicklung wurde durch die Teilung des Territoriums in drei Teilgrafschaften 1576 indes gemindert: Die Söhne des Grafen Karl I. bildeten die Linien Hohenzollern-Hechingen mit dem alten Stammgut (Grafschaft Zollern), Hohenzollern-Sigmaringen mit den Grafschaften Sigmaringen und Veringen, sowie Hohenzollern-Haigerloch (Herrschaften Haigerloch und Wehrstein). Haigerloch kam jedoch bereits 1634 durch Erbanfall wieder an Sigmaringen. Politisch rückte im Laufe des 17. Jahrhunderts die Linie Hohenzollern-Sigmaringen zunehmend in den Vordergrund, da sich Hohenzollern-Hechingen immer stärker verschuldete.
Im Jahre 1623 wurden Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, da traditionell katholisch und damit Hauptstützen des Hauses Habsburg, in den Reichsfürstenstand erhoben, Hechingen mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag und beim Schwäbischen Kreis. Gleichfalls wurden durch familiäre Bande auch immer wieder die Beziehungen zu Brandenburg-Preußen intensiviert, ja 1695/1707 sogar Erbverträge mit Preußen abgeschlossen.
Die Aufhebung der geistlichen Territorien durch den Reichsdeputationshauptschluß 1803 und die Maßnahmen Napoleons brachten Hohenzollern-Sigmaringen eine Verdoppelung seines Territoriums. Dies, sowie der Umstand, dass die hohenzollerischen Fürstentümer eben nicht wie viele andere mediatisiert, also aufgehoben wurden, hatten sie dem engen persönlichen Verhältnis der Sigmaringer Fürstin Amalie Zephyrine zu Napoleons Frau Josephine, sowie dann auch weiteren verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Napoleons Familie und den hohenzollerischen Häusern zu verdanken. Im Jahr 1806 erreichten beide Fürstentümer u.a. durch den endgültigen Verzicht Österreichs auf seine Lehenshoheit darüber hinaus die volle Souveränität.
Infolge der Revolution von 1848 traten die beiden hohenzollerschen Fürsten ihre Staaten 1849/50 an Preußen ab, die von 1850 bis 1945 als "Hohenzollerische Lande" mit provinzähnlicher Stellung im preußischen Staat eingegliedert waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Hohenzollern zunächst als französisch besetztes Gebiet zum Land Württemberg-Hohenzollern, bis es 1952 in dem neugeschaffenen Bundesland Baden-Württemberg aufging.
Dr. Wolfgang Schaffer / Dr. Andreas Zekorn
Hohenzollerischer Geschichtsverein e. V.
Der Hohenzollerische Geschichtsverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Erforschung der Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Hohenzollerischen Lande und der sie umgebenden Gebiete zu fördern und gewonnenes Wissen zu verbreiten.

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